Exiles

Freitag, 7. März 2008

umgezogen

In den letzten Tagen habe ich an einem neuen Blog gearbeitet. Nun ist er fertig und ihr findet ihn unter www.piechottkas.de. Diese Seite hier wird auch in Zukunft online sein, aber nicht mehr mit neuen Beiträgen gefüttert.

Sonntag, 2. März 2008

I can only imagine

Schon komisch. Oft klammere ich mich an das Leben, von dem ich weiß, dass es nur ein paar Jahrzehnte dauert. Will es krampfhaft festhalten, obwohl ich genau weiß: an dem Tag, an dem ich es loslasse, geht es erst richtig los. Aber bis dahin bleibt es dabei: I can only imagine.

Dienstag, 26. Februar 2008

Marburg

Noch vier Monate, dann werden wir leider das Kapitel Hamburg beenden. Am Wochenende waren wir in Marburg, um uns ein paar Häuser anzuschauen. Vom Traumhaus bis zur Ruine Schreckenstein war alles dabei. "Hier riecht es noch nach Oma", meinte der Hausbesitzer, womit er Recht hatte, obwohl Oma schon seit gut einem halben Jahr nicht mehr in der Wohnung war. So mancher Keller hatte die besten Voraussetzungen um als Verlies in einem Horrorfilm durchzugehen.

Am Sonntag dann standen wir dann im Garten des Hauses, das uns am meisten interessiert hat. In diesem Augenblick war uns klar, dass wir das gern haben möchten. Es ist für uns als Familie groß genug. Alle Kinder bekämen ein eigenes Zimmer und Platz für Besuch wäre auch noch. Nach einer halben Stunde Besichtigung haben wir dann mündlich den Zuschlag bekommen! Ja,ja,ja!!!

Nun muss nur noch die Bank mitspielen und die Unterschriften müssen unter die wichtigen Papiere gesetzt werden. Diese beiden Punkte hindern uns im Augenblick noch daran, tanzend durch die Wohnung zu rennen, aber mal sehen, was die nächsten Tage so bringen.

Donnerstag, 21. Februar 2008

Mira que te mira

Es gibt eine Herausforderung, die von Jahr zu Jahr größer wird: Stille und Ruhe zu erleben. Ich weiß wovon ich rede. Ich lebe im Augenblick an einer vierspurigen Straße, über die jeden Tag mehr als 40.000 Autos fahren. Ich habe keine Sprechzeiten, sondern möchte für meine Gemeinde den Tag über ansprechbar sein. Abends, wenn ich auf dem Sofa sitze, ist es für mich leichter, zur Fernbedienung zu greifen und mir Werbung mit Filmunterbrechungen anzuschauen, als ein gutes Buch zu lesen. Ich will gar nicht wissen, wie viele Worte und Informationen täglich in mein Gehirn dringen und dort für Unruhe sorgen. Stille und echte Ruhe hinzubekommen bedeutet für mich harte Arbeit.
Theresa von Avila hat mir hier weitergeholfen. Auch wenn sie vor gut 450 Jahren gelebt hat, hatte sie wohl schon dasselbe Problem wie wir heute (wobei ich nicht glaube, dass an ihrem Bürofenster jeden Tag 40.000 Pferdekutschen vorbeikamen und auch ihr Fernsehkonsum hielt sich wohl in Grenzen). Jedenfalls schlägt sie kurz und knapp vor: „Mira que te mira.“ Sieh, dass er dich ansieht. Sie meint damit. Stell dir vor, Jesus sieht dich an. Dann fügt sie noch hinzu: „Sieh, dass er dich liebvoll und demütig ansieht.“ Wenn ich Gottes Versprechen, die in der Bibel stehen, richtig verstehe, dann hat uns Jesus so tatsächlich im Blick. Er schaut uns an – und sein Charakter sind Liebe und Demut. Zur Ruhe zu kommen heißt dann nicht, irgendetwas zu tun – außer, zu genießen. Sehr beruhigend.

Noch ein Zitat von der guten alten Theresa: „Beten ist meiner Meinung nach nichts anderes als ein Verweilen bei einem guten Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um bei ihm zu sein, weil wir wissen, dass er uns liebt.“

Dienstag, 19. Februar 2008

Abendmahl

Ich komme gerade aus dem Hauskreis Fiedler zurück. Wir haben dort zusammen Abendmahl gefeiert, aber eben nicht nur so, wie wir es sonst immer sonntags machen, sondern mit dem Schwerpunkt auf eine gemeinsame Feier. Erst habe ich erklärt, was Abendmahl ist, warum wir es feiern und wie sich das Abendmahl geschichtlich entwickelt hat.  Dann gab es die Einsetzungsworte, das Glaubensbekenntnis und das Brot. Danach haben wir uns ganz viel Zeit genommen, um miteinander zu essen und zu reden. Es war erstaunlich, wie locker und zugleich tiefgehend die Gespräche waren. Keine Floskeln, keine Masken, keine Shows. Von jetzt auf gleich hat uns jemand tief in seine Seele schauen lassen, ohne dass es komisch oder aufgesetzt gewirkt hat. Echte Gemeinschaft. Eine Teilnehmerin hat erzählt, wie sie Gott in der letzten Woche hautnah erlebt hat – und alle haben sich mit ihr mitgefreut. Solche Gesichter zu sehen ist das Schönste, was es gibt. Niemand hat etwas gefordert. Jeder konnte reden und jeder konnte schweigen. Wir waren einfach nur ganz dicht beieinander. Machen kann man so etwas nicht, Gott schenkt es. Für einen Moment hat der Himmel die Erde berührt.
Anschließend gab es dann den Saft und so wurde das Abendmahl beendet. Ein ganz und gar runder Abend und ich bin dankbar, dass ich dabei sein konnte.

Freitag, 15. Februar 2008

Gottesdienst mit Heilungsgarantie

Ich mag es nicht, öffentlich über Macken bei anderen Menschen zu schreiben, aber manchmal wird der Bogen doch etwas überspannt und ich muss es einfach loswerden. Gestern habe ich eine Einladung zu einem Gottesdienst mit einem Heilungsprediger bekommen. Gut, Gott benutzt Menschen, um andere zu heilen. Keine Frage, aber kritisch wird es dann, wenn es heißt: "Mit diesen Zeilen möchte ich Sie herzlich zu unseren Heilungs-Gottesdiensten einladen. Offensichtliche Heilungen finden in jedem der Gottesdienste statt." Es mag sein, dass es eine Beobachtung aus der Vergangenheit ist, dass Gott in jedem seiner Gottesdienste geheilt hat, aber mit welchem Recht behaupten wir, dass Gott das auch in Zukunft macht?

Ich werde bei solchen Veranstaltungen das Gefühl nicht los, dass hier ein Spektakel (ein anderes Wort fällt mir gerade nicht ein) vermarktet wird. Gott wird verfügbar gemacht und viel zu schnell stehen plötzlich der Heiler und seine Vollmacht im Mittelpunkt.

Wenn ich Jesus richtig verstehe, dann hat er seine Wunder nicht in erster Linie deswegen vollbracht, um alle Krankheiten zu heilen. Wenn dem so wäre, dann hätte er eine ziemlich schlechte Arbeit abgeliefert, denn eine ganze Reihe von Leuten hat er nicht geheilt. Vielmehr tat er die Wunder, um seine Botschaft zu unterstreichen. Er hat nicht nur davon geredet, dass das Reich Gottes angebrochen ist, er hat es den Menschen gezeigt. Denn die Folge von Sünde sind ja gerade Tod, Krankheit, Hunger und der ganze Krempel und indem Jesus diese Dinge zeichenhaft bekämpft hat, sollten die Menschen sehen und verstehen, dass seine Worte wirklich wahr sind.

Das Reich Gottes ist zwar angebrochen, aber noch nicht vollkommen und nicht vollkommen sichtbar. Und solange wir in dieser "Schon-jetzt-und-noch-nicht-Spannung" leben, solange wird es beides geben: Krankheit und Tod auf der einen Seite und Menschen, die von Gott geheilt werden. Wir können über Leben und Gesundheit nicht einfach so verfügen und wir können Heilung in einem Gottesdienst nicht garantieren. Und wenn eine Heilung nicht auf Jesus hinweist, dann läuft etwas schief.

Michael Herbst hat einmal geschrieben: „Im Blick auf die Wirkungen sind die Jünger nicht über ihrem Meister. Wirkung ist ihnen verheißen, nicht aber durchgängiger Erfolg. Auch sie erfahren Zustimmung und Ablehnung. Siege in der unsichtbaren und in der sichtbaren Welt und auch Verfolgung und Anfechtung. Sie erleben, dass Vollmacht für sie nicht das Selbstverständliche ist: die Erfahrungen der Ohnmacht (vgl. Mk 9,14-20) zeigen ihnen, dass sie von der Vollmacht Jesu abhängig bleiben. (Herbst /Schneider: … denn wir predigen nicht uns selbst, Seite 22)


 

Dienstag, 5. Februar 2008

Berlin, wir fahren nach Berlin

Naja, eigentlich bin ich schon wieder zurück. Letzte Woche hatten wir dort unsere zweijährliche Verbandstagung zusammen mit dem EGV und dem Berliner Gemeinschaftsverband. Es war 2wieder einmal gut. Der Referent am Dienstag war der Direktor von Chrischona. Es ging um das Thema: "Was erwartet uns? - Mit Mangel umgehen". Als ich das gelesen habe, habe ich für einen Augenblick darüber nachgedacht, eine Spontangrippe zu bekommen und zu Hause zu bleiben. Für mich ging das Thema direkt in diese Schublade, die mich furchtbar aufregt: Ich bin nichts, ich hab nichts, ich kann nichts, hoffentlich ist der Herr trotzdem gnädig mit mir." Manche mögen das geistliche Bescheidenheit nennen, für mich ist so ein Denken ein Minderwertigkeitsgefühl, das in Gemeinden oft von einer Generation zur nächsten vererbt wird.

So saß ich also am Dienstag da und lauschte den Worten des Herrn Direktors und merkte sehr schnell, dass ich hier etwas falsch einsortiert habe. Um es kurz zu machen: Der Dienstag war der Hammer. Dr. Markus Müller hat eine unglaublich gute Art, die Welt und die Zeit in der wir leben, auf den Punkt zu bringen. Und er hat keine Angst, dabei ungewöhnliche Wege zu gehen (ich würde gern mal sein Referat hören: "Was wir von den 68er lernen können). Was mir auch richtig gut gefallen hat, war, dass er seien Antworten nicht einfach nur in ein Referat gepackt hat, sondern uns Zeit gelassen hat, Dinge gemeinsam zu entwickeln und zusammenzudenken. Mich hat das ein ganzes Stück weitergebracht. Hier ein paar Gedankensplitter:

"Ein Abgrund unseres Denkens ist die Trennung zwischen Denken und Tun."

"Wir sollten endlich aufhören, ständig andere zu kritisieren und anfangen, Räume zu gestalten, in denen wir das Leben vorleben, das Gott für uns bereit hält." (wir haben dann gut zwei Stunden darüber gesprochen, wie diese Lebensräume aussehen können)

"Kann es sein, dass wir uns in den letzten Jahren zu sehr um Menschen gekümmert haben? Dass wir Gott zu oft in unser System eingebaut haben, statt umgekehrt?"

"Erzähle mir nicht, was deine Gaben sind. Erzähle mir, wozu Jesus dich berufen hat." (die Reduzierung meiner Arbeit auf meine Gaben, die mir bekannt sind, macht mich schnell blind für neue Wege, die Gott mit mir gehen will)

"Wir leben heute so, als gäbe es keine Zukunft – und gleichzeitig haben viele ihre eigene Geschichte vergessen. Das führt dazu, dass das Leben heute, jetzt und hier stattfinden muss. Verständlich, dass Unverbindlichkeit und individuelle Freiheit die neuen Werte sind. Ruhelosigkeit und die Angst, etwas zu verpassen, machen sich breit. Was wir brauchen, sind keine Orte der Stille, sondern Orte, an denen wir Menschen eine Perspektive für die Zukunft vermitteln."

"Nur wer auf Jesus hört, hat auch etwas zu sagen."

Noemi, Tabita und Elias

Noemi, Tabita und Elias
Drei Gründe, um Gott dankbar zu sein.